Josefsbruderschaft Mittersill

Vor genau 300 Jahren, also 1721, wurde hier in Mittersill eine bedeutende Josefsbruderschaft gegründet. Ihre Errichtung galt der Verehrung des hl. Josef und ist auch mit päpstlichem Breve (Schreiben) vom 21. August 1721 mit Ablässen versehen worden. Der primäre Zweck dieser Bruderschaft war, da Josef auch als Patron der Sterbenden verehrt wird, die Erlangung einer glückseligen Sterbestunde und eines guten Todes. Er gilt weiters als Patron der Zimmerleute, Tischler und mehrerer Zünfte. Ebenso ist ihm das Patronat über die christliche Familie anvertraut.

Die Verehrung dieses großen Heiligen erfuhr vor allem seit dem 16. Jahrhundert durch die heilige Theresia von Avila einen großen Aufschwung in der Kirche. Im 17. Jahrhundert fand die Verehrung des heiligen Josef durch die Habsburger Kaiser einen starken Impuls, die ihn zum Patron ihres ganzen Reiches erhoben. Einen besonderen Niederschlag fand diese Verehrung auch in Tirol, deren Landespatron er ja bis heute ist.

Salzburg war zur Zeit der Gründung dieser Bruderschaft ein eigenständiges, von Österreich unabhängiges, Fürsterzbistum.  Vermutlich dürfte die Samerroute durch den oberen Pinzgau, vom Felbertauern über den Pass Thurn, die Nord- und Osttirol verbindet, nicht nur handelsmäßige, sondern auch religiöse Auswirkungen auf Mittersill gehabt haben, die die Verehrung des hl. Josef begünstigte.

Im Bruderschaftsbuch, das sehr gut erhalten ist, finden sich mehrere tausend einge-schriebene Namen aus dem Pinzgauer und Tiroler Raum, also eine bedeutende Bruderschaft. In ihrem Besitz befanden sich unter anderem finanzielle Mittel, 2 Fahnen, eigene Mäntel und sogenannte Bruderschaftsstäbe, die bei Prozessionen mitgetragen wurden. Der Josefsaltar auf der linken Seite der Mittersiller Stadtpfarrkirche wird auch als Bruderschaftsaltar genannt.

Ende des 19. Jahrhunderts ist diese Josefsbruderschaft allerdings in einer anderen Bruderschaft aufgegangen, nämlich durch Diplom vom 29. September 1885 der Erzbruderschaft Maria Himmelfahrt zum Troste der armen Seelen in Sancta Maria Monterone zu Rom einverleibt mit Genehmigung der geistlichen Obrigkeit vom 17. September 1885 und 20. Oktober 1885. Im Jahre 1910 betrug die Zahl der Mitglieder ca. 2.000.

Von beiden Bruderschaften sind heute leider nur mehr vergilbte und vom Zahn der Zeit beeinträchtigte Fahnen und Stäbe und die Erinnerung durch die historischen Forschungen unseres Ortschronisten Johannes Wartbichler geblieben.

Zwei Umstände sind es, die mich anregen und motivieren: Zum Einen jährt sich die Gründung der Josefsbruderschaft hier in Mittersill heuer genau zum dreihundertsten Mal, und zum Anderen rief Papst Franziskus vom 8. Dezember 2020 bis zum 8. Dezember 2021 ein Jahr des Hl. Josef aus. Sind es Zufälle? Vielleicht, aber dann sehr passende!

Da mir die Verehrung dieses großen Heiligen ein persönliches Anliegen ist, treibt mich der Gedanke um, diese Bruderschaft in irgend einer aktualisierten Form wieder aufleben zu lassen! Mir schwebt da eine Gebetgemeinschaft vor, die offen ist für Frauen und Männer, die sich freiwillig zu einem kurzen täglichen Gebet zur Verehrung des heiligen Josef verpflichten. Durch die Zahlung eines kleinen jährlichen Beitrages und eventueller Spenden soll dazu soziale Unterstützung von arbeitslosen oder anderweitig in Not geratenen Menschen möglich werden. Auch die Präsenz bei kirchlichen Feiern und Prozessionen durch eine Fahne wäre angedacht.

Wie denken Sie / denkst Du über einen solchen Vorschlag? Hätten Sie / hättest Du unter den oben genannten Bedingungen Interesse einer solchen Gebetsgemeinschaft des heiligen Josef beizutreten? Wenn ja, dann melde Dich bei mir!

Dechant Adalbert Dlugopolsky

pfarre.mittersill@pfarre.kirchen.net

pfarre.stuhlfelden@pfarre.kirchen.net

Tel.: 0676 / 8746 5730