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Erntedank 2013

Das sogenannte Darbringungsgebet ist ein altes fest gefügtes Gebet, das in der Liturgie verwendet wurde. Es wurde vom Familienoberhaupt gesprochen und erinnert an die Volkwerdung Israels.

Es ist eine Kurzzusammenfassung der Heilsgeschichte Israels: Am Beginn steht die nomadische Heimatlosigkeit, gefolgt vom Anwachsen des Volkes (Erfüllung der Verheißung an Abraham!), über die harte Zeit in Ägypten und das Eingreifen Gottes, ausgelöst durch das Schreien des Volkes zu ihm, die grundlegende Erfahrung des Exodus und schließlich die Landgabe, der Ort, an dem Milch und Honig fließen, zugleich der Ort, wo das Volk steht, sich von Gott beschenkt weiß und das der Grund des Dankes ist.

Gedanken dazu:

Wenn wir Christen in unserer heutigen Zeit das ERNTEDANK-FEST feiern, dann richtet sich unser Dank in erster Linie an Gott für all die guten Gaben, aber auch für unser Leben. Das Fest ist Ausdruck des Schöpfungsglaubens, dass alles Leben von Gott  kommt und in  Gott eingeht. Darum geht der Dank für das Leben und die Früchte der Erde und der menschlichen Arbeit einher mit dem Gedanken des Teilens: Denn Gott teilt mit uns das Land, das wir bestellen, um die Früchte der Erde ernten zu können für unser tägliches Leben. Gott bleibt Eigentümer des Landes, aber fordert uns auf, den Ertrag diese Landes auch mit anderen zu teilen. Es ist die Gundlage der Armentheologie, die uns Papst Franziskus seit seinem Amtsantritt immer wieder nahe legt. Gott legt den Grundstein für die soziale Gerechtigkeit, er will, dass alle in diesem Land leben können.

 

Sich niederwerfen vor Gott, fröhlich sein und sich freuen: Diese Haltungen prägen das Fest. Und davon ist niemand ausgeschlossen, nicht die Leviten (Priestergeschlecht, Diensthabende am Tempel) un auch ncht die Fremden, die in Israels Mitte leben - wiederum aus der eigenen Geschichtserfahrung heraus. Auch sie waren einst Fremde in Ägypten und wissen, was es heißt, geknechtet zu werden und nicht an den Gütern des Fremdvolkes teilhaben zu dürfen. Ihnen wurde Hilfe zuteil. Nun sollen sie dieses Geschenk an die in ihrer Mitte Lebenden weitergeben und sie in ihre Freude einbeziehen.

 

So sind auch wir aufgefordert, bei unserem ERNTEDANK-FEST alle Menschen, die in unserem Ort wohnen, an diesem Fest teilhaben zu lassen und mit ihnen die Freude und die Gaben zu teilen und ein Zeichen zu setzen, dass Gott keinen Mesnchen bei seinem Fest ausschließt.

 

PA Kerstin Marie-Louise Planer


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